Sind Sie reif für einen Hund?

10 Fragen, die sich jeder vor dem Welpenkauf stellen sollte

Bedenken Sie bitte vor dem Welpenkauf: Als soziales Wesen ist Ihr künftiger Hund bei Ihnen ein echtes Familienmitglied. Er braucht Zeit, Zuwendung und Pflege, aber auch in vielerlei Hinsicht eine Absicherung. Er ist für immer auf Sie angewiesen, dankt es Ihnen aber mit bedingungsloser Liebe. Sie übernehmen die Verantwortung, ob er ein gutes Leben haben wird oder nicht. Prüfen Sie also nicht nur Ihren Züchter, sondern auch sich selbst kritisch.

1. Zeit

Prüfen Sie bitte ehrlich, ob Sie langfristig genügend Zeit für einen Hund haben. Schaffen Sie sich kein Tier an, wenn Sie täglich 8 Stunden und mehr außer Haus sind. Das wird für alle Beteiligten zur Qual. Maximal 6 Stunden Alleinsein verkraftet ein Hund. Weniger ist besser. Falls Ihre Arbeitsbedingungen das nicht zulassen, denken Sie über Alternativen nach: Können Sie vielleicht Verwandte oder Nachbarn als ständigen Hundesitter gewinnen? Gibt es eine gut geführte Hundetagesstätte in der Nähe? Dürfen Sie Ihren Hund mit zur Arbeit nehmen und kann er dort problemlos den Tag mit Ihnen verbringen?

2. Haltungsbedingungen

Fragen Sie einen Züchter nach den Haltungsbedingungen für Ihre Rasse und notwendigen persönlichen Voraussetzungen als Halter. Erfüllen Sie diese Bedingungen? Ein paar Beispiele: Ein bewegungsfreudiger Wind- oder Jagdhund wird in einer beengten Neubauwohnung selten glücklich. Ebenso tun Sie einem Kleinhund mit einer Zwingerhaltung keinen Gefallen. Agile, buddelfreudige Rassen wie Terrier oder Cocker Spaniel benötigen einen lückenlos ausbruchssicheren Garten. Wer schon mit der Kindererziehung Probleme hat, der ist mit Hundepersönlichkeiten wie einem Kaukasischen Schäferhund oder einem Rottweiler hoffnungslos überfordert. Hund und Halter müssen also zueinander passen. Wenn sich ungünstige Haltungsbedingungen nicht ändern lassen, sollte man von der ungeeigneten Rasse oder der Hundhaltung generell Abstand nehmen.

3. Kosten

Können Sie sich einen Hund dauerhaft leisten? Es fallen Kosten für

an. Das sind zwar oft keine großen, aber überwiegend wiederkehrende Posten, die sich summieren. Wenn am Monatsende in der Haushaltskasse chronische Leere herrscht, spricht das gegen die Haltung eines Hundes.

4. Auslauf und Garten

Können Sie Ihrem Hund in Ihrer Umgebung Auslauf ohne Leine bieten? Notfalls genügt ein großer Garten für den Freiauslauf, ersetzt aber nicht den Spaziergang. Ist Ihr Garten ausbruchsicher?

Hundefans mit einer Gehbehinderung müssen nicht grundsätzlich auf einen Hund verzichten, aber dann wäre es wichtig, dass der künftige Vierbeiner nicht gerade zu den lauffreudigsten

5. Beschäftigung und Erziehung

Haben Sie Zeit, Lust und Geduld für die tägliche Beschäftigung und Erziehung? Können Sie bei Bedarf eine Welpenspielstunde absolvieren? Wir können Ihnen versichern, dass das Spielen und die Übungen mit dem Hund viel Spaß machen, aber man muss es auch regelmäßig wollen.

6. Stubenreinheit

Bevor Ihr Welpe stubenrein und gut erzogen ist, steht Ihnen eine anstrengende Zeit bevor. Akzeptieren Sie am Anfang auch Verschmutzungen Ihrer Wohnung oder sogar Zerstörung von Gegenständen? Sie müssen mit solchen Dingen rechnen, da Welpen weder stubenrein noch erzogen sind. Auch alten und kranken Hunden kann ein Malheur passieren. Wenn Sie das nicht akzeptieren können, sollten Sie sich keinen Hund anschaffen.

7. Hundepflege

Viele Rassen brauchen eine spezielle Pflege. Haben Sie Zeit und Möglichkeiten, diese zu gewährleisten? Dazu kann auch der Besuch beim Hundefriseur gehören.

8. Hund erlaubt?

Dürfen Sie in einer Mietwohnung oder einem Miethaus einen Hund halten? Bekommen Sie die Zustimmung von Vermieter und Nachbarn?

9. Urlaub mit Hund

Können Sie eine gute Lösung für Urlaub mit Hund schaffen? Darf er mit Ihnen in den Urlaub, wofür Sie eventuell auf Fernreisen mit dem Flugzeug verzichten oder lässte sich seine Unterbringung zu Hause organisieren?

10. Ist Ihr Kind reif für einen Hund?

Der Wunsch nach einem Hund ist gerade bei Kindern stark ausgeprägt. Viele möchten einen kleinen Spielkameraden und ein süßes Tier zum Kuscheln. Im Grunde gibt es auch nichts Schöneres, als Kind und Hund gemeinsam aufwachsen zu sehen. Doch die Temperamente der Jüngsten sind genauso verschieden wie die Erziehung, die sie durch ihre Eltern genießen. Kinder durchlaufen außerdem verschiedene Entwicklungsstufen und nicht immer passt es zwischen Kind und Hund perfekt.

Familien mit einem Säugling raten wir meist von der Anschaffung eines Hundes ab, obwohl es auch gute Beispiele gibt, wo es bestens mit Kleinkind und Welpe geklappt hat. Vielen ist nicht klar, dass mit dem Hundewelpen ein weiteres Baby ins Haus kommt, das die gleiche Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigt wie ein kleines Kind. Wenn der Säugling nachts schreit und eine Stunde später der Welpe an die frische Luft muss, ist an Schlaf kaum mehr zu denken. Auch tagsüber verdoppelt sich mit Kleinkind und Welpen das Arbeitspensum vor allem für die junge Mutti. Damit alle zu ihrem Recht kommen und die Mutti anschließend nicht an einem Bournout leidet, sollte die Welpenanschaffung verschoben werden.

Es gibt Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, die schon sehr verständig sind und begreifen, dass ein Hund kein Spielzeug ist. Dann spricht auch nichts gegen einen Hund. Allerdings sollte man beide nicht unbeaufsichtigt miteinander spielen lassen. Andere, temperamentvolle, um nicht zu sagen wilde Kinder benötigen oft ein bisschen mehr Entwicklungszeit, um die Grenzen eines Tieres erkennen und respektieren zu können. Dann sollte man bis zum Jugendalter mit der Anschaffung des neuen Hausgenossen warten. Ein umsichtiger Züchter wird die Kinder der Besucher im Umgang mit seinen Hunden genau beobachten und den Eltern zu- oder abraten. Bei diesen Überlegungen geht es nicht nur um die Sicherheit des Hundes, sondern auch die des Kindes, denn ein Junghund, der sich schlecht behandelt fühlt, kann sich auch heftig zur Wehr setzen.

Wenn Sie die Fragen aus den Tipps positiv beantworten können, folgen die weiteren Schritte: Auswahl des geeigneten Welpen und Züchters.